der Igelhof

 

Ein Tag auf dem Igelhof

 

Hallo, mein Name ist Gabi Kaar, ich bin die Pflegerin auf unserem Igelhof.

Wir sind eine gesetzlich anerkannte und geprüfte Igel-Auffangstation, beheimatet in der Reindlmühl. Auf unserem Grundstück beherbergen und pflegen wir hauptsächlich Igel, und andere Wildtiere die verwaist, verletzt oder krank sind - bis zur kompletten Genesung und Auswilderung.

 

Zu unserem Igelhof gehören auch ein Hund und eine Katze, fünf Füchse, ein Marder, vier Rehe und ein Rehbock, Eichhörnchen und natürlich unsere sieben "eigenen" Igel.

Sie bewegen sich alle draußen frei, besuchen regelmäßig unsere Futterstationen und werden von uns mitgefüttert und gepflegt.

Für alle anderen Igel haben wir Schlafboxen, ein Innen- und zwei Außengehege für jeweils weitere Igel. Das sind sehr viele Plätze, die in der kalten Jahreszeit alle belegt sind und einer ständigen Betreuung bedürfen.

 

So ein Igelhof-Tag beginnt früh morgens um 06:00 Uhr. Gehege und Schlafboxen müssen gesäubert und neu mit Einstreu und Zeitungen ausgelegt werden. Die Futternäpfe  werden eingesammelt und gesäubert. Dann gibt es Frühstück  - ungewürztes Rührei. Die Tellerchen und Wasserbehälter der  Futterstellen für die „wilden Igel“ werden ebenfalls gründlich gesäubert, frisch befüllt und wieder aufgestellt. Nebenbei wird schnell die Speicherkarte der Wildkamera in den PC gesteckt, damit wir die Bilder der letzten Nacht auswerten können. Dadurch sehen wir, ob ein Tier eine Verletzung oder Gebrechen hat. Es zeigt aber auch einen interessanten Einblick in das nächtliche Treiben der Wildtiere.

Die kranken oder verletzten Igel werden gepflegt und versorgt, gegebenenfalls auch tierärztlich behandelt. Viele Pfleglinge brauchen ihre täglichen Arzneien um sich von Krankheiten oder Verletzungen zu erholen.

 

!!!   Bitte niemals einem Wildtier Arzneimittel verabreichen ohne vorherige Rücksprache mit einer Wildtier oder Igelstation.   !!!

 

Wenn alle Tiere versorgt sind, beginne ich mit der Vorbereitung für die Fütterung und Reinigung am Abend.  In den Igelhäusern bitte nur Stroh benutzen. Am Boden im Innengehege und in den Boxen wird Einstreu aufgestreut. Durch die Einstreu werden Exkremente der Igel aufgesaugt und es ensteht kein unangenehmer Duft, auch der Igel fühlt sich wohler.

 

Von jedem unserer Pfleglinge fertigen wir ein Datenblatt an, das wir täglich aktualisieren. Dazu gehören Gewicht, Größe, Medikamente, wenn nötig und etwaiges auffälliges Verhalten.

 

Zwischendurch werden Spendenbriefe geschrieben,

Bestellungen beim Tierarzt für neue Medizin abgegeben, neues Futter gekauft und eMails zwecks Fragen zur Igelpflege beantwortet.

 

Denn geht der Abendbetrieb los: Alle Pfleglinge müssen durchgesehen, gesäubert und mit frischem Wasser und Futter versehen werden - am liebsten mögen sie Katzen- oder Hundefutter aus der Dose, gemischt mit Haferflocken und ein paar Tropfen Öl. So gestärkt, können die Igel ins Nachtleben starten. Nicht vergessen: Igel sind nachtaktive Tiere.

 

Ist das alles erledigt, mache ich eine große Runde im Außenbereich: Kamera richten, Außengehege abgehen, alles kontrollieren.

 

Wir kümmern wir uns auch um geeignete Auswilderungsplätze und sehen uns diese Orte sehr gut an. Dabei legen wir natürlich unser besonderes Augenmerk auf potentielle Gefahrenquellen für den Igel. Genügend Wiesenfläche, Sträucher und Bäume sind wichtig, außerdem sollten keine Straßen in unmittelbarer Nähe sein. Gepflegte Gärten werden gemieden - zwecks Gefahr durch Kunstdünger oder Schneckenkorn, gefährlich sind auch Rasenmäher oder Motorsense. Es sollten nicht zu viele Igel beisammen leben - diese Wohngemeinschaften unter Igeln gibt es nur im Winter, um sich gegenseitig vor Kälte zu schützen.  Wenn alles bedacht und für geeignet befunden wurde – die Erlaubnis des Grundstückbesitzers eingeschlossen – beginnen wir mit der Vorbereitung geeigneter Schlafplätze oder stellen ein Igelhaus auf.

 

I g e l   s i n d   W i l d t i e r e  !!!

Ihre Pflege ist sehr zeitaufwendig und arbeitsintensiv, auch der Geruch in Gefangenschaft wird oft als belästigend empfunden. In Österreich sind Wildtiere gesetzlich geschützt und dürfen nur zu Pflege und nicht länger als bis zur Genesung in Gefangenschaft gehalten werden. Fundtiere sollten erst nach reichlicher Überlegung in Menschenhand genommen werden.

 

Bei verletzt oder orientierungslos aufgefundenen Igeln ist eine schnelle Erstversorgung und Hilfestellung sehr wichtig. Bitte verständigen Sie umgehend eine Igelstation, einen Tierarzt oder ein Tierheim. Diese Tiere brauchen Menschen mit Fachwissen und Praxis im Umgang mit Wildtieren. Damit können Sie Leben retten. Uns ist es wichtig, diese vom Aussterben bedrohte Tierart  zu schützen.

 

Aber so wie alle Tierschutzvereine sind auch wir auf Spenden angewiesen. Medizin, Futter und Tierarztbesuche kosten viel Geld. Ohne Spender oder Igelpaten können wir unseren Igelhof nicht aufrechterhalten.Eine Igelpatenschaft sieht so aus, das sich interessierte Menschen eines unserer Igel annehmen, seine Futter- und Erhaltungskosten übernehmen (pro Igel ca. € 12,00 bis € 15,00 im Monat). Jede noch so kleine Spende hilft einem unserer Pfleglinge weiter.

 

 

TIERSCHUTZ  BEDEUTET  FÜR  UNS 

DAS RESPEKTVOLLE  ZUSAMMENLEBEN  VON MENSCH  UND  TIER  IM  EINKLANG  MIT DER  NATUR.