Im Auswilderungsgelände sollen Deckung und Nahrung vorhanden sein; dazu kommt etwa der mit Sträuchern untersetzte Rand eines jüngeren Laubwaldes mit angrenzenden Wiesen und Weiden infrage. Von Vorteil ist ein Bach in der Nähe, ferner Bauernhöfe mit alten Schuppen, Obstbäumen und wilden Gärten. Auch durchgrünte Siedlungsrandbereiche mit durchlässigen Zäunen, naturnahen Gärten und älterem Busch- und Baumbestand bieten sich an. Es sollten auch im eigenen Garten nicht zu viele Igel ansässig sein, Igel wollen auch mal allein sein.


Wie wird der Igel ausgewildert?
Im eigenen Garten bereitet man dem Igel ein Quartier vor. Dies kann ein Karton mit etwa 30 cm Kantenlänge oder auch ein entsprechendes Holzhäuschen sein. Es wird mit reichlich Heu und/oder Stroh gefüllt und unter Büschen versteckt. Man setzt den Igel bei trockenem Wetter in der Abenddämmerung hinein und stellt sein gewohntes Futter und ein Wasserschüsselchen dicht vor den Eingang. Besser noch ist der Bau oder Kauf eines regensicheren Futterhauses. Die Futterstelle beschickt man bis zu zwei Wochen mit Nahrung.Wird der Igel nicht im eigenen Garten ausgewildert, bringt man ihn abends an den vorher ausgekundschafteten Ort. Suchfahrten mit dem Igel sind zu vermeiden! Der Transport sollte möglichst stressfrei erfolgen. An einer geschützten Stelle unter einer Hecke oder im Gebüsch bereitet man dem Igel ein Nest aus Heu, und legt noch etwas Futter aus. Der Umwelt zuliebe lässt man in der freien Natur keine Kartons oder Futterteller zurück.


Auswildern über Freigehege:
Jungtiere, die bei der Aufnahme unter 250 g wogen, bzw. erwachsene Tiere, die nicht an den Fundort zurückgebracht werden können, sollten auf alle Fälle im neuen Gebiet - darunter ist auch der eigene Garten zu verstehen - über ein Freigehege ausgewildert werden. Nach etwa zwei Wochen entlässt man das Tier aus dem Gehege, in dem man es einfach öffnet. Die im Gehege vorhandene Futterstelle wird noch für ein oder zwei Wochen mit Nahrung und Wasser versehen. Ebenso belässt man das Schlafhaus. Dieses Vorgehen bietet dem Tier die Möglichkeit, sich langsam in die nähere Umgebung vorzutasten.Für jeden Igel sollte man eine Gehegefläche von mindestens 4 qm veranschlagen - ein Gehege kann aber nie groß genug sein! Als Zaunmaterial geeignet sind z.B. Holzbretter, sehr feiner Maschendraht, halbrunde Palisadenhölzer. Der Zaun muss mindestens 50 cm hoch sein und 10 bis 15 cm in den Boden eingegraben werden. Einen Drahtzaun schließt man oben mit einem nach innen ragenden Brett ab, damit er nicht überklettert werden kann.Auch im Freigehege ist Sauberkeit oberstes Gebot. Futterreste müssen morgens unbedingt beseitigt und die Schüsseln heiß gespült werden.

 

Zufüttern nach der Auswilderung:
Wenn möglich - ob im eigenen Garten oder an anderem Ort - ist es sinnvoll, Igel nach der Freilassung noch etwa 1 - 2 Wochen abends zuzufüttern. Wiederfunde freigelassener Igelpfleglinge Untersuchungen in England und in Deutschland konnten nachweisen, dass sachgemäß in Menschenhand überwinterte Igel, die gesund ausgewildert werden, sich problemlos wieder in die Natur intergrieren und fortpflanzen. Die Igel wurden jeweils bei der Freilassung markiert bzw. mit Sendern versehen und konnten so wiedergefunden werden. Der Dresdener Igelforscher Manfred Schubert (Leiter der "Forschungsgruppe Igel Berlin") fand von 76,5 % der von ihm 111 ausgewilderten Tieren wieder.