In Sachen Behausung sind Igel nicht heikel, gewissen Ansprüchen müssen ihre Winterquartiere gleichwohl genügen, denn sonst wird ihr Überleben zur Glückssache. Ob im eigenen Garten oder im Umschwung eines Mehrfamilienhauses, man kann mit wenig viel für Igel tun.

 

Wildtiere, und der Igel ist eines, haben sich ausgezeichnet an ihren Lebensraum angepasst. Dazu gehört, dass ihr Lebenszyklus mit dem Nahrungsangebot ihrer Umwelt übereinstimmt. Das heißt, im Sommer kommen die Jungen zur Welt und bis Mitte/Ende Oktober haben sie Zeit, sich die Bäuche vollzuschlagen und das zu tun, was die meisten Menschen tunlichst vermeiden wollen: Sie legen sich ein Fettpolster zu. Denn nur wer gut gepolstert ist und ebenso liegt, kann dem Winter die Stirn bieten und einen Winterschlaf durchhalten.

 

 

Sommerhaus, Jugendstube,Winterquartier

 

Vereinfacht gesagt, braucht der Igel im Jahreszyklus drei verschiedene Schlafnester:

Einen Sommerschlafplatz, der relativ karg ausgestattet sein darf.

 

Die Igelmutter braucht einen Wurfplatz, der gut gewählt und gebaut ist, um die Igelbabys vor dem Auskühlen und vor Feinden zu schützen.

 

Behausung Nummer drei ist ein Winterschlafplatz, der Schutz vor extremen klimatischen Bedingungen und die Möglichkeit zum ungestörten Winterschlaf bietet. In der Regel finden Igel passende Nestplätze, doch verdichtetes Bauen, immer weniger Hecken, ausgeräumte Landschaften und aufgeräumte Gärten können die Suche nach einem geeigneten Winterquartier erschweren. Sofern man die Möglichkeit dazu hat, schadet es deshalb nicht, den Stacheltieren ein künstliches Schlafhaus anzubieten.  Mit der Auflage, die Igel nicht zu füttern, denn das ist unnötig und kontraproduktiv.

 

Ausnahmen sind gesunde Jungigel, die im Spätherbst das winterschlafnotwendige Körpergewicht von mindestens 570 g noch nicht erreicht haben. Das ideale Winterheim für Igel ist ein Ast-Laub- Haufen, doch ein einfaches Igelhaus tut’s auch.

 

 

Das Grundprinzip ist bei allen Winterschlafhäusern gleich:

 • Hohlraum 30 x 30 x 30 cm gross, Eingang 10 x 10 cm,

 • Schutz gegen Regen von oben, Schutz gegen Nässe und

 Feuchtigkeit von unten.

 • Nestmaterial Stroh (temporär sind auch zerknüllte

 Zeitungsschnitzel möglich).

 • Jeder Igel braucht einen eigenen Winterschlafplatz.

 

 

Keller als Winterquartier? Nein!

 

Warum kann man einen Igel nicht einfach im Keller überwintern lassen?, fragen sich nicht wenige engagierte Tierfreunde. Die Antwort darauf ist vielfältig. Es ist verboten, Wildtierein Gefangenschaft zu halten, wenn sie gesund sind. Hinzu kommt, dass ein Igel im Keller seinen Winterschlaf nicht antritt, weil es zu warm ist. Was zur Folge hätte, dass man das Wildtier mit Katzenfutter füttern müsste. Zudem kann auch das grösste Gehege seinem Bewegungsbedürfnis nicht genügen: Das Eingesperrt sein führt zu Dauerstress. So bleibt das gekaufte oder selbst gebaute Igelnest die beste Alternative, damit der Igel den Winter schlafend draussen verbringt.